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Spechstunde für Uveitis und immunologische Erkrankungen des Auges


Was ist Uveitis?

Bei einer Uveitis (pl. Uveitiden) handelt sich es um eine Entzündung des Augeninneren, bei der die Uvea (gefäßreiche mittlere Augenhaut, bestehend aus Regenbogenhaut, Strahlenkörper und Aderhaut) miteinbezogen ist. Ursächlich sind immunologische Störungen, Infektionen und Traumata. Ähnliche Erscheinungsbilder (Masquerade) können durch Neubildungen oder durch stoffwechselbedingte, vaskuläre, angeborene und degenerative Veränderungen hervorgerufen werden. Es wird geschätzt, dass ca. 10 000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland auftreten. Die Prävalenz ist erheblich größer, da die Erkrankung häufig lebenslang besteht. In der Praxis hat es sich bewährt, entzündliche Erkrankungen anderer Augenhäute (z. B. der Episklera und Sklera) mit den Uveitiden in einer Sprechstunde zu behandeln. Manchmal sind im Verlauf der Erkrankung Operationen notwendig. Häufig liegt bei entzündlichen Erkrankungen des Auges eine Systemerkrankung zugrunde, die eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen, insbesondere der Neurologie, Inneren Medizin, (Kinder)-Rheumatologie und Radiologie erfordert. Oft sind spezielle Laboruntersuchungen notwendig.


Welche Symptome macht eine Uveitis?
Grundsätzlich können Rötung, Schmerzen und Sehverschlechterung auftreten. Manche Formen der Uveitis machen lange keine Beschwerden und werden zufällig festgestellt. Auch frühere Erkrankungen und Allgemeinbeschwerden wie Fieber, Müdigkeit oder Störungen des Nervensystems etc. können im Zusammenhang mit einer Uveitis stehen.


Welche klinischen Zeichen kommen vor?
Die Pupille kann durch Verklebungen der Regenbogenhaut mit der Linse (hintere Synechie) entrundet sein (Kleeblatt-Iris, Abb. 1). Bei Trübungen der Linse kann die Pupille grau-weiß erscheinen (sogenannter grauer Star). Typischerweise beginnen die Trübungen im Zentrum der Linsenrückfläche (Abb. 2). Normalerweise ist das Augenwasser klar. Bei Uveitis treten aus den Blutgefäßen weiße Blutzellen und Proteine (Tyndall-Phänomen) in das Augenwasser aus.


Abbildung 1: Verklebungen der Regenbogenhaut mit der Linse (hintere Synechien)

Abb. 1: Verklebungen der Regenbogenhaut mit der Linse (hintere Synechien)
können die Pupille entrunden und wie hier wie ein Kleeblatt erscheinen lassen.


Abb. 2: Typische Linsentrübung bei Uveitis

Abb. 2: Dargestellt ist eine typische Linsentrübung bei Uveitis
im Zentrum des hinteren Linsenanteils.
Beschwerden sind häufig Lichtempfindlichkeit und schlechtes Sehen.


Abbildung 3: Bei ausgeprägter Iritis lagern sich weiße Blutzellen

Abb. 3: Bei ausgeprägter Iritis lagern sich weiße Blutzellen
am Boden der Vorderkammer ab (Hypopyon).


Abbildung 4: Bei fast jeder Form der Uveitis lagern sich Entzündungszellen im Glaskörperraum hinter der Linse ab.

Abb. 4: Bei fast jeder Form der Uveitis lagern sich
Entzündungszellen im Glaskörperraum hinter der Linse ab.
Mit der Spaltlampe kann der Augenarzt diese Zellen sehen und im Verlauf beurteilen.
Die Pupille muss hierfür weitgetropft werden.


Abbildung 5: Dargestellt ist eine Entzündung im Bereich von Netzhautgefäßen.

Abb. 5: Dargestellt ist eine Entzündung im Bereich von Netzhautgefäßen.
Eine Vene ist entzündlich eingescheidet (Periphlebitis retinae).
Dieser Befund ist typisch bei intermediärer Uveitis.


Abbildung 6: Kernspintomographie
Abbildung 6: Kernspintomographie

Abb. 6a / b: Dargestellt ist die Kernspintomographie der gleichen Patientin wie in Abb. 4.
Hier liegt neben einer intermediären Uveitis eine Entzündung des zentralen Nervensystems vor (Pfeile).
Die Läsionen im Gehirn sind typisch für eine multiple Sklerose.


Abbildung 7: Zystoides Makulaödem.

Abbildung 7: Zystoides Makulaödem. Der Farbstoff Fluorescein tritt aus undichten Gefäßen
im Bereich der Makula lutea (Stelle des schärfsten Sehens) aus und macht das Makulaödem sichtbar.
Das zystoide Makulaödem ist eine Komplikation der Uveitis,
die eine dauerhafte Sehverschlechterung verursachen kann.
Rechts im Bild ist die Sehnervenscheibe zu erkennen.



Die Erstvorstellung in der Uveitis-Sprechstunde
In der Regel werden Patienten von ihrem Augenarzt nach Terminvereinbarung überwiesen oder als Notfall vorgestellt. Von großem Nutzen sind Unterlagen über Vorerkrankungen und bereits erhobene Befunde (Laborwerte, Röntgenuntersuchungen). Bei neu erkrankten Patienten ist häufig eine umfassende, interdisziplinäre Diagnostik notwendig. In rund 40% der Erkrankungen kann eine spezifische Ursache gefunden werden. Bei anderen Patienten kann meist eine ernste Systemerkrankung ausgeschlossen werden, ohne spezifischen Nachweis einer Erkrankungsursache. Ein Behandlungsvorschlag wird abhängig von den erhobenen Befunden und dem klinischen Erscheinungsbild erarbeitet. Sollten Sie einen Termin für eine Erstvorstellung vereinbart haben, bitten wir Sie, den Fragebogen auszudrucken und ausgefüllt zur Untersuchung mitzubringen.


Die Kontrolluntersuchungen
Eine Kontrollbetreuung erfolgt meist in enger Zusammenarbeit mit dem niedergelassenen Augenarzt und Hausarzt heimatnah. In größeren Zeitabständen (meist 1-6 Monate) bzw. bei Bedarf erfolgt eine Vorstellung in unserer Poliklinik. Hierbei wird meist über weitere Therapiemaßnahmen entschieden.


Selbsthilfegruppen und weitere Informationen
In Essen besteht eine Uveitis-Selbsthilfegruppe.
Ansprechpartnerin ist Frau Stefanie Schnitzler - Tel.: 0201 - 4 17 38.

Weitere Informationen auch über Ansprechpartner in Ihrer Nähe erhalten Sie über die Deutsche Uveitis-Arbeitsgemeinschaft (DUAG) unter www.duag.org. Erläuterungen zur Behandlung mit immunsuppressiven oder immunmodulatorischen Medikamenten befinden sich auch auf der Homepage der deutschen Rheuma-Liga unter www.rheuma-liga.de.
 
     
     
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