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Trockenes Auge


Sprechstunde "Trockenes Auge und Erkrankungen der Augenoberfläche":
Freitag 8:00 - 15:30

Terminvereinbarung (Sekretariat der Poliklinik):
Tel.: 0201 - 723 - 2900
Fax: 0201 - 723 - 5917

Leiter:
Prof. Dr. med. Daniel Meller, FEBO


Was ist ein Trockenes Auge?
Das "Trockene Auge" ist eine der häufigsten Augenkrankheiten. Besser als vom "Trockenen Auge" spricht man von einer "Benetzungsstörung", das heißt, dass entweder zu wenig Tränenflüssigkeit hergestellt wird oder dass die Tränenflüssigkeit eine falsche Zusammensetzung hat.




Abb. 1: Injektion der Bindehaut beim Trockenem Auge

Abb. 1: Injektion der Bindehaut beim Trockenem Auge


Die Integrität der Augenoberfläche wird durch verschiedene Systeme gesichert, wobei hier die Tränenflüssigkeit vielfältige Aufgaben besitzt. Einerseits ist der Tränenfilm für die Benetzung der empfindlichen Horn- und Bindehaut verantwortlich und anderseits versorgt er diese mit Nährstoffen und Sauerstoff. Des Weiteren enthält die Tränenflüssigkeit Enzyme, Antikörper und andere komplexe Abwehrstoffe, die verschiedene Mikroorganismen abwehren können.


Wie ist der Tränenfilm aufgebaut?
Der normale Tränenfilm des Auges wird durch verschiedene Drüsen gebildet und besteht aus drei Schichten:

1. Fettschicht (Verdunstungsschutz)
Die äußere Fettschicht stabilisiert die Tränenflüssigkeit und verhindert die Verdunstung der wässrigen Schicht.

2. Wässrige Schicht (Transportaufgaben, Infektionsschutz)
Die wässrige Schicht macht den größten Anteil der Tränenflüssigkeit aus. In ihr sind viele Nährstoffe, Eiweiße, Enzyme und Antikörper enthalten.

3. Schleimschicht (Haftung, Benetzung)
Die Schleimschicht befindet sich direkt auf der Augenoberfläche und wird von schleimproduzierenden Zellen, auch Becherzellen genannt, vorwiegend produziert. Sie sind unter anderem für die gute Haftung der wässrigen Schicht auf der Hornhaut verantwortlich.


Abb. 2: Schleimproduzierende Becherzelle der Bindehaut

Abb. 2: Schleimproduzierende Becherzelle der Bindehaut
(Elektronenmikroskopische Aufnahme)


Wodurch entsteht ein Trockenes Auge?

  • Zunehmendes Alter
  • Hormonelle Umstellungen, wie z.B. in den Wechseljahren können die Bildung der Tränenflüssigkeit vermindern
  • Umwelteinflüsse: Ozon, Wind, Abgase, Rauch
  • Medikamente
  • Systemerkrankungen: Rheuma, Hauterkrankungen, Sjögren-Syndrom, Vitamin A Mangel, etc
  • Chronische Lidrandentzündung
  • Lidfehlstellungen

Sowohl ein Mangel der Tränenmenge als auch eine Veränderung der qualitativen Zusammensetzung und eine Verteilungsstörung des Tränenfilms können zu einem Trockenen Auge führen. Infolge der schlechten Befeuchtung der Hornhaut reißt der Tränenfilm schneller auf, so dass kleinere und größere Defekte an der Hornhautoberfläche mit einem Schrankenverlust entstehen können. Schwerwiegende Folgen des Trockenen Auges treten selten auf, können jedoch bei einer Geschwürsbildung der Hornhaut zu einem deutlichen Sehverlust führen.

Welche Symptome treten beim Trockenem Auge auf?
  • Die häufigsten Beschwerden sind:
  • Trockenheitsgefühl
  • Stechen, Kratzen, Brennen
  • Sandkorn- bzw. Fremdkörpergefühl
  • Rötung der Bindehaut
  • Lichtscheu, Verschwommensehen
  • müde Augen
  • verklebte Lider (insbesondere morgens)
Welche diagnostischen Methoden werden angewandt? Untersuchungen des Auges mit dem Mikroskop (Spaltlampe) Mit Hilfe der Spaltlampe wird die gesamte Augenoberfläche beurteilt und dem Trockenen Auge assoziierte Veränderungen beschrieben (Rötung, Bindehautfalten, Narben, etc)


Abb. 3: Lidkanten-parallele Bindehautfalten als Zeichen des Trockenen Auges

Abb. 3: Lidkanten-parallele Bindehautfalten als Zeichen des Trockenen Auges


Schirmer-Test
Die Produktion der Tränenflüssigkeit kann man mit Fliespapierstreifen messen, die in das untere Augenlied eingehängt werden.

Fluoreszein Clearance Test
Dieser Test misst den Umsatz der Tränenflüssigkeit und analysiert die reaktive Tränenproduktion nach Reizung der Nasenschleimhaut.

Transillumination der Lider
Mit einer speziellen Lichtfaser werden die Augenlider durchleuchtet und die Beschaffenheit und Anzahl der fett-produzierenden Drüsen (Meibom-Drüsen) beurteilt.

Break-up time
An der Spaltlampe wird die Tränenfilm-Aufreißzeit als ein wichtiger Parameter der Tränenfilmstabilität analysiert.

Fluoreszein und Bengal-Rosa-Färbungen
Diese Vitalfärbungen dienen der Überprüfung der Horn- und Bindehaut auf oberflächliche Schäden.

Impressionszytologie
Mikroskopischer Nachweis und Klassifizierung von morphologischen Veränderungen der Bindehaut beim Trockenen Auge

Abb.4 Abklatschpräparat (Impressionszytologie) der normalen Bindehaut

Abb.4 Abklatschpräparat (Impressionszytologie) der normalen Bindehaut


Abb. 5: Abklatschpräparat (Impressionszytologie) eines schweren Trockenen Auges

Abb. 5: Abklatschpräparat (Impressionszytologie) eines schweren Trockenen Auges


Wie wird das Trockene Auge behandelt?

Allgemein:
  • Liderkrankungen (Lidfehlstellugen, -entzündung) sollten adäquat behandelt werden.
  • Systemerkrankungen werden von den entsprechenden Fachdisziplinen (Rheumatologie, Innere Medizin, Dermatologie, Immunologie, etc.) mitbetreut.
  • Das Sjögren-Syndrom erfordert somit auch eine multidisziplinäre Betreuung.
  • Wichtig ist in jedem Falle eine konsequent durchgeführte Therapie.
  • Augenärztliche Kontrolluntersuchungen sind ebenfalls wichtig.

Tränenersatz:
  • "Künstliche Tränen" werden gerne als Tränenersatz eingesetzt.
  • Konservierungsmittelfreie Augentropfen sollten zur Schonung der Augenoberfläche eingesetzt werden.
  • Verschluß der Tränenpünktchen mittels Punctum plugs (Plastikstöpsel). Somit wird eine Erhöhung der verfügbaren Tränenmenge erzielt.
  • Augentropfen mit gefäßverengenden Wirkstoffen, sog. Weißmacher, sollten vermieden werden.
  • Medikamentöse Steigerung der Tränenproduktion durch
  • Eloisin® - Augentropfen
  • Salagen® - Tabletten

Andere Therapieformen
  • Anti-entzündlich wirksame Augentropfen und Medikamente
  • Augentropfen hergestellt aus Eigenblut als Tränenersatz bei schweren Benetzungsstörungen
  • Lidkantenpflege bei chronischen Lidentzündungen
  • Schutzbrillen mit feuchter Kammer, die somit einer verstärkten Verdunstung des Tränenfilmes entgegenwirken können.

Weitere Empfehlungen
  • Räume mehrmals täglich lüften
  • Luftbefeuchter verwenden
  • Gebläse in Fahrzeugen vermeiden
  • Viel trinken (ca 2 l/ Tag)
  • Kein Nikotinkonsum

Anschrift des Verfassers:
Prof. Dr. med. Daniel Meller, FEBO
Zentrum für Augenheilkunde
Abteilung für Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes
Universitätskklinikum Essen
Hufelandstr. 55
45122 Essen

Email: daniel.meller@uk-essen.de
Tel:  0201 - 723 - 2931
Fax: 0201 - 723 - 5979
 
     
     
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