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Ablauf der Erstuntersuchung an der Universitäts-Augenklinik Essen


Wird ein Kind mit dem Verdacht auf ein Retinoblastom unserer Abteilung zugewiesen, so erfolgt zunächst nach einem ersten Gespräch über die Vorgeschichte (Familie, Schwangerschaft, Geburt, Entwicklung, Erkrankungen) und der Aufklärung durch die Anästhesie am folgenden Tag eine Inspektion beider Augen in Narkose mit weitgetropften Pupillen, verbunden mit einer Ultraschalluntersuchung der Augen und einer Blutentnahme für die Humangenetik. Wegen der Narkose muß das Kind im ersten Lebensjahr mindestens vier Stunden und nach dem 12. Lebensmonat mindestens sechs Stunden vor der Untersuchung nüchtern bleiben, d.. h. es darf nichts essen und trinken.

Bestätigt sich durch die klinische Untersuchung die Diagnose eines Retinoblastoms, so wird nach Durchführung einer Kernspintomographie und kinderärztlichen Untersuchung gemeinsam mit den Eltern die Therapie geplant und eingeleitet. Da es klinisch stumme Verlaufsformen der Erkrankung gibt (z. B. Retinome), werden sowohl die Eltern als auch Geschwister augenärztlich untersucht und eine Blutprobe an die Humangenetik weitergeleitet, um die familiäre Form zu erkennen. Ferner wird im weiteren Verlauf ein Termin zur Beratung in der Humangenetischen Sprechstunde vereinbart. Die genetische Beratung von Eltern, die ein erkranktes Kind haben oder selbst erkrankt sind, ist zwingend erforderlich. Grundlage ist die verläßliche Berechnung des Erkrankungsrisikos, das die Eltern für ihre Nachkommen zu tragen haben.

Abb. 1

Abb. 1: Kinder, die den Untersuchungsablauf kennen sind in der Regel ganz "gefasst"


Abb. 2

ABB. 2: Die Narkose wird durch Zufuhr eines
Narkosegases über eine Maske aufrechterhalten


Abb. 3

Abb. 3: Während der Untersuchung wird das Auge durch
einen Lidsperrer aufgehalten


Abb. 4

Abb. 4: Um die Untersuchung der gesamten Netzhaut zu ermöglichen
muss das Auge mit einem sog. Schielhaken gedreht werden


Abb. 5

Abb. 5: Nach der Untersuchung wird das Kind solange überwacht
bis die Wirkung der Narkosemittel vollständig abgeklungen ist




Retinoblastom - Ein Leitfaden für Eltern und Betroffene
© Zentrum für Augenheilkunde - Universitätsklinikum Essen
Autorin: Ch. Jurklies
 
     
 


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