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Refraktive Chirurgie: Korrekturen


Brille
Am weitesten verbreitet ist die Korrektur mittels einer Brille. Außer der Tatsache, dass der Fehlsichtige auf seine Brille angewiesen ist, um scharf zu sehen, hat eine Brille bei geringer und mittlerer Fehlsichtigkeit praktisch keine Nachteile. Erst bei höheren Fehlsichtigkeiten kommt es bei Brillenträgern zu Gesichtsfeldeinschränkungen, Bildgrößenveränderungen und kosmetisch wenig vorteilhaften Vergrößerungen oder Verkleinerungen der Augen. Durch extrem hochbrechende Gläser aus Kunststoff oder Glas können dieses Effekte reduziert werden. Eventuelle Nachteile der Brille sind gegebenenfalls Druckstellen auf dem Nasenrücken und hinter den Ohren, sowie Kontaktallergien auf bestimmte Materialien. Das Beschlagen der Brillengläser bei starken Temperaturunterschieden kann zeitweise zu Schleiersehen führen. Vorteilhaft ist der einfache und bedarfsabhängige Gebrauch.


Kontaktlinse
Kontaktlinsen bieten ebenfalls eine gute Korrektur der Fehlsichtigkeit und werden auch von den meisten Menschen für eine gewisse Zeit vertragen. Gerade bei weichen Kontaktlinsen und vor allem bei mangelhafter Pflege der Kontaktlinsen kann es in einigen Fällen zu Hornhautentzündungen kommen oder zu einem Einwachsen von Blutgefäßen in die Hornhaut. Insgesamt sind diese Nebenwirkungen jedoch eher selten.


PRK / Photorefraktive Keratektomie
Hinter diesem unaussprechlichen Fremdwort verbirgt sich das "Abschleifen" der Hornhaut mit einem Excimer-Laser. Das Zentrum der Hornhaut ist ca. 0,5 mm dick, ihr Rand ca. 0.75 mm. Mittels des Lasers wird nun ein ca. 0,1 mm dicker Teil der zentralen Hornhaut abgeschliffen, um die Fehlsichtigkeit auszugleichen.
Die PRK wird seit 1989 angewandt und wurde 1995 sowohl von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) als auch vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Korrektur der Kurzsichtigkeit bis ca. -6 Dioptrien und des Astigmatismus bis ca. 3 Dioptrien eingestuft. Im Gegensatz zur LASIK bestehen bei der PRK die Nachteile in der langsamen Heilung und in den zum Teil deutlichen Schmerzen nach der Operation. Vorteile sind eine stabilere Hornhaut und geringe Komplikationen.




Abb. 1: Photorefraktive Keratektomie

Abb. 1: Photorefraktive Keratektomie


LASIK / Laser in-situ Keratomileusis


Bei dieser Methode wird nicht die Oberfläche der Hornhaut abgeschliffen, sondern das Innere der Hornhaut. Das Verfahren ist in den folgenden Abbildungen schematisch dargestellt.



Abb. 2: In-Situ

Abb. 2

Um an das Innere der Hornhaut zu gelangen, wird zunächst mit einem computergesteuerten "Hobel" ein dünnes Scheibchen der Hornhaut teilweise abgetrennt und wie ein Deckel nach oben geklappt.
Nun wird das Innere der Hornhaut, wie dargestellt, mit dem Excimer-Laser abgeschliffen.
Danach wird das Hornhautscheibchen wieder zurückgeklappt und angedrückt. Es saugt sich von selbst fest und muss nicht angenäht werden. Sie dürfen jedoch einige Tage lang nicht das Auge reiben.
Die LASIK wird seit 1994 angewandt und wurde 1999 sowohl von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) als auch vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Korrektur der Kurzsichtigkeit (Myopie) bis ca. -10 Dioptrien und der Stabsichtigkeit (Astigmatismus) bis ca. 3 Dioptrien eingestuft.

Der Vorteil der LASIK gegenüber der PRK besteht darin, dass die Oberfläche der Hornhaut nicht zerstört wird. Daher ist die Narbenbildung nach der LASIK deutlich geringer als nach der PRK und Sie haben nach der Operation weniger Schmerzen. Die Hornhautoberfläche ist mit der Haut vergleichbar: eine große Abschürfung der Haut ist wesentlich schmerzhafter und hinterläßt eine größere Narbe als eine kleine Schnittwunde. Der Nachteil des Verfahrens besteht in einer mechanischen Instabilität der Hornhaut und der höheren Komplikationsrate im Vergleich zur PRK.
 
     
 


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