| |
Der Graue Star (Katarakt)
Was ist der Graue Star?
Als Grauen Star oder Katarakt bezeichnet man die Eintrübung
der ursprünglich klaren Linse. Durch die Eintrübung der
Linse erscheint das Gesehene unscharf und verschleiert; der Betroffene
hat das Gefühl, die Umwelt durch ein Milchglas zu betrachten.
Einige Patienten beklagen starke Blendungserscheinungen besonders
bei Gegenlicht und bei Sonne.
Der Graue Star kann verschiedene Ursachen haben; die weitaus
häufigste ist der natürliche Alterungsprozeß der
Augenlinse. Dieser sogenannte Alterstar tritt meist jenseits des
60. Lebensjahr auf.
Weiter Ursachen für einen Grauen Star können Verletzungen,
schwere Entzündungen des Augeninneren sowie Stoffwechselerkrankungen
(z.B. die Zuckerkrankheit) sein. Selten kann der Graue Star auch
angeboren sein.
Wie und wann wird der Graue Star behandelt?
Augentropfen gegen den Grauen Star können die Linsentrübung
weder aufhalten noch heilen.
Die bisher einzige, wirklich hilfreiche Behandlung ist die Operation,
bei der der Augenchirurg die getrübte Linse entfernt und sie
durch eine Kunstlinse ersetzt. Diese Operation führt mit hoher
Sicherheit zum Erfolg und ist absolut schmerzlos.
Bei den meisten Patienten ist eine ambulante Operation am Grauen
Star gefahrlos möglich; in speziellen Fällen ist jedoch
auch eine stationär durchgeführte Operation erforderlich.
Der Zeitpunkt der Operation sollte vom Wunsch des Patienten und
seiner Beeinträchtigung im täglichen Leben abhängig
gemacht werden.
Die Komplikationsrate ist sehr gering. 98 Prozent der Operationen
laufen ohne Komplikationen ab. Als Komplikation kann ein Zerreißen
der Hinterkapsel vorkommen. In diesem Fall wird, je nach Größe
des Defekts, entweder eine sogenannte Hinterkammerlinse vor die
Linsenkapsel eingesetzt oder eine spezielle Linse in die Lederhaut
eingenäht.. Durch das Zerreißen (medizinisch: Ruptur)
kann auch der Glaskörper in Mitleidenschaft gezogen werden,
wodurch die Gefahr einer Netzhautablösung steigt.
Die gefährlichste Komplikation ist die Entzündung der
Augeninnenräume (medizinisch: Endophthalmitis), die bei 5 bis
20 von 10.000 Eingriffen vorkommt. Keime gelangen dabei aus der
Bindehaut des Operierten ins Innere des Auges und verursachen dort
eine gefährliche Entzündung. Sie kann zu schwerem Sehschaden
oder zum Verlust des Auges führen. Diese Komplikation ist bei
Patienten mit schwerem Diabetes und mit Neurodermitis häufiger
und kann nur durch rasche Operation des Glaskörpers und Antibiotikagabe
ins Augeninnere behandelt werden. Bei zwanzig bis dreißig
Prozent der Operierten bildet sich ein Nachstar: Als Nachstar werden
Trübungen nach Kataraktoperationen bezeichnet. Er entsteht
bei einem Fünftel bis einem Drittel der Kataraktoperierten,
jüngere Menschen sind häufiger betroffen.
Voruntersuchungen in der Augenarztpraxis
Ihr Augenarzt wird zunächst Ihr Sehvermögen und Ihr
Auge sorgfältig untersuchen und Sie vor der Operation über
den zu erwartenden Erfolg bzw. über die Risiken aufklären.
Ihr Augenarzt wird Sie dann zur weiteren Operationplanung in unsere
Klinik überweisen.
Auch Ihr Hausarzt wird vor der Operation Ihren allgemeinen Gesundheitszustand
untersuchen. Seinen Befund erhält derAugenarzt, der Sie operiert,
bzw. der Narkosearzt, falls eine Operation in Vollnarkose erforderlich
ist.
Voruntersuchungen in unserer Klinik
Nach einer gründlichen Untersuchung wird im Gespräch mit
den operierenden Augenärzten entschieden, ob eine ambulante
oder stationäre Operation des Grauen Stars sinnvoll ist. Es
erfolgt eine ausführliche Aufklärung über den Ablauf
, die Erfolgsaussichten und die Risiken einer Operation.
Falls eine Operation in Vollnarkose nötig ist, erfolgt vor
dem Eingrif eine Untersuchung und Aufklärung durch den Narkosearzt.
Eine Vollnarkose ist u.U. bei Patienten mit einem zusätzlichen
Grünen Star (Glaukom), bei Einnahme von blutverdünnenden
Medikamenten oder nach Voroperationen sinnvoll; als Alternative
führen wir die Operation in speziellen Fällen auch in
Tropfanaesthesie durch, die ebenfalls schmerzlos für den
Patienten ist.Zusätzlich wird Ihr Auge mit Ultraschall genau vermessen;
mittels eines Computers wird aus diesen Meßergebnissen die
Brechkraft der geplanten Kunstlinse berechnet.Wie sehen intraokulare Linsen aus ?
Künstliche Linsen sind aus sehr gut verträglichen Kunststoffen
(PMMA, Acryl,Silikon) gefertigt, von denen lebenslang keine Abstoßungsreaktionen
zu erwarten sind. Kunstlinsen werden seit fast 50 Jahren eingesetzt.
Bei den meisten Patienten setzen wir faltbare Kunstlinsen aus Acryl
ein; diese Linsen ermöglichen einen sehr kleinen Schnitt von
etwa 3 mm Breite (sog. Kleinschnitt-Technik).
Ablauf der Operation
Vor der Operation können Sie auf Wunsch Medikamente zur Beruhigung
bekommen. Zudem erhalten Sie Augentropfen, die die Pupille erweitern.
Im Operationvorraum werden regelmäßig Herz, Kreislauf
und Blutdruck überwacht sowie ein intravenöser Zugang
gelegt.
Anschließend erfolgt die Betäubung des Auges durch
eine Spritze am Augapfel oder durch spezielle Augentropfen bzw.
nach Absprache mit dem Narkosearzt eine Vollnarkose.
Vor Beginn der Operation wird Ihr Auge mit einer desinfizierenden
Lösung gründlich gereinigt, und Sie werden mit sterilen
Tüchern abgedeckt.
Bei örtlicher Betäubung ist es sehr wichtig, daß
der Patient sich während der Operation nicht bewegt und seine
Hände nicht zum Kopf führt.
Nach der Operation erhalten Sie einen Salbenverband; anschließend
werden Sie auf die Station gebracht (bzw. nach einer Vollnarkose
im Aufwachbereich überwacht); dort erfolgt die Betreuung
durch die Krankenschwestern und Ärzte.
Bei einer ambulant durchgeführten Operation vergewissern
sich die Augenärzte ca. 2-3 Stunden nach der Operation über
die Entlassungsfähigkeit; Sie können dann noch am selben
Tag die Klinik mit einer Begleitperson verlassen. Am nächsten
Tag erfolgt noch eine weitere Kontrolle in unserer Klinik, diese
ist in Rücksprache mit dem niedergelassenen Augenarzt auch
in seiner Praxis möglich.
Bei einer stationär durchgeführten Operation des grauen
Stars beträgt der Aufenthalt meist 3 Tage.
Was geschieht während der Operation?
Die meisten operierenden Augenärzte setzen ein sehr modernes
Verfahren ein, die sog. Linsenverflüssigung mit kombinierter
Kleinschnitt-Technik (Phakoemulsifikation). Diese Methode gilt
als besonders sicher und schonend.
Nach der örtlichen Betäubung und den Sterilitätsmaßnahmen
wird durch einen ca. 3 mm breiten Schnitt mit einer Ultraschallsonde
die getrübte Linse zerkleinert und abgesaugt.
Im Auge bleibt ein dünnes, meist klares Hautsäckchen
zurück. Dieser sogenannte Kapselsack dient nach der Operation
als Halteapparat für die neu eingesetzte Kunstlinse. Die
neue Linse sitzt somit exakt an der gleichen Stelle, an der sich
vorher die natürliche Linse befand.
Der nur 3 mm breite Schnitt muß in den meisten Fällen
nicht genäht werden; ein weiterer Vorteil ist die kurze Heilungszeit;
bereits nach wenigen Tagen kann der Patient wieder gut sehen.
Behandlung nach der Operation
Nach der Operation müssen Sie für 4-6 Wochen regelmäßig
Augentropfen nach Vorschrift des Augenarztes tropfen; gleichzeitig
erfolgen Kontrollen bei Ihrem niedergelassenen Augenarzt.
Nach etwa 4-6 Wochen kann Ihr Augenarzt Ihnen ein neues Brillenglas
verschreiben.Manchmal kann nach Monaten oder Jahren eine allmähliche
erneute Sehverschlechterung auftreten, verursacht durch eine feine
Gewebsmembran, die sich als sog. Nachstar an der hinteren Linsenkapsel
bildet. Der Nachstar kann ambulant und schmerzfrei mit einem Laser,
der die Trübung innerhalb von Sekunden beseitigt, aufgelöst
werden.
|
|