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Adernhautmelanom: Therapien


Durchführung der Enukleation
Die Enukleation des Auges, also die Entfernung des Auges, wird unter Vollnarkose durchgeführt. Die Entfernung des Auges ist ein unwiderruflicher Eingriff. Es gibt keine Möglichkeit, das entfernte Auge später wieder zu ersetzen. Nach der operativen Entfernung des Auges aus der Augenhöhle wird als Platzhalter eine Silikonkugel, ein sogenanntes Implantat, in die Augenhöhle eingesetzt. Die Augenmuskeln sowie die Bindehaut werden über diesem Implantat vernäht, so daß es später nach der Operation von außen nicht sichtbar ist.
In der Regel können die Patienten zwei bis drei Tage nach einer Entfernung des Auges das Krankenhaus wieder verlassen.

Nach der endgültigen Abheilung der Wunde wird nach ca. 2 Wochen von einem Spezialisten eine Prothese, also ein künstliches Auge aus Glas, angefertigt.


Abb. :  Prothese

Abbildung: Prothese


Diese Prothese wird in den schmalen Spaltraum hinter den Augenlidern eingeführt. Wenn sich nun das andere Auge bewegt, wird über die in der Augenhöhle verbliebenen Augenmuskeln auch die eingesetzte Glasprothese in einem gewissen
Umfang mitbewegt. Die Bewegung des Glasauges kann dabei natürlich
nicht so stark ausfallen wie beim noch vorhandenen Auge. Die im Alltag meist auftretenden Augenbewegungen werden von dem Glasauge in der Regel normal mitgemacht.

Eine gut angepaßte Glasprothese kann oftmals kaum von einem natürlichen Auge unterschieden werden.


Welche Konsequenzen hat die Entfernung des Auges?
Die Entfernung des Auges entfernt auch gleichzeitig den Tumor, der sich in dem Auge befindet. Eine vollständige Sicherheit, daß keine Tochtergeschwülste entstehen können, ist damit allerdings nicht gegeben. Mit der Entfernung des Auges geht natürlich auch die Sehfähigkeit dieses Auges verloren. Der Verlust dieser Sehfähigkeit ist unwiderruflich. Da nur noch ein intaktes Auge nach dem Eingriff verbleibt, resultiert auch nur ein kleineres Gesichtsfeld insbesondere auf der Seite, auf der das Auge entfernt wurde.
Für praktische Belange bedeutet dies z.B. im Straßenverkehr, daß von der Seite des entfernten Auges kommende Autos erst sehr viel später wahrgenommen werden.

Mit dem Verlust eines Auges verliert man gleichzeitig auch einen großen Teil des räumlichen Sehvermögens (Stereopsis). Durch Übung durch alltägliche Tätigkeiten kann eine Anpassung erreicht werden, so daß für praktische Belange nur eine begrenzte Beeinträchtigung besteht.

Viele Menschen haben durch Unfälle oder andere Ereignisse im Laufe ihres Lebens ein Auge verloren und führen trotzdem ein völlig normales produktives Leben.

Die kosmetischen Ergebnisse nach der Entfernung eines Auges und der folgenden Anpassung eines künstlichen Glasauges sind in der Regel relativ gut. Das künstliche Auge kann sich, wie bereits angeführt, nicht ganz so normal bewegen wie ein natürliches Auge. Es zeigt in vielen Blickrichtungen eine abweichende Blickrichtung von dem noch sehenden eigenen Auge. Zusätzlich kommt es in manchen Fällen vor, daß die Stellung der Augenlider im Vergleich zum eigenen Auge etwas abweichend ist.Trotz all dieser möglichen Probleme sei nochmals darauf hingewiesen, daß das kosmetische Erscheinungsbild nach der Entfernung des Auges meist recht gut ist.

Unmittelbar nach der operativen Entfernung des Auges (Enukleation) können für einige Tage Schmerzen auftreten, die doch durch Schmerzmittel gut beherrscht werden können. Mögliche Komplikationen dieses Eingriffes sind insbesondere ein Bluterguß im Bereich der Augenhöhle sowie eine mögliche Infektion, die ggf. sogar die Entfernung des eingesetzten Implantates aus der Augenhöhle notwendig werden lassen kann.

Insgesamt sind ernsthafte Komplikationen bei diesem Eingriff jedoch sehr selten.

Vor einigen Jahren wurde eine Theorie aufgestellt, wonach während der Entfernung des Auges eine Streuung von Tumorzellen über die Blutgefäße hervorgerufen werden kann. Dies könnte dann zur Bildung von Tochtergeschwülsten und somit zum Tod des Patienten führen. Diese Theorie konnte jedoch nie bewiesen werden und ist nicht allgemein akzeptiert.

Auch bei anderen Therapieformen, wie der Applikatoraufnähung, der vorbereitenden Operation für die Protonentherapie oder der Kältebehandlung, wie auch der chirurgischen Entfernung des Tumors aus dem Auge, bestünde genauso das theoretische Risiko einer Streuung von Tumorzellen während des Eingriffes.



Informationsmaterial für Patienten mit Aderhautmelanom
© Zentrum für Augenheilkunde - Universitätsklinikum Essen
Autoren: A. Schüler, N. Bornfeld
 
     
 


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